Anderoma und die Rote

Wir schreiben die 50er Jahre in Aachen und ich will etwas berichten. Ich bin ein echter Oecher, als einziges Kind meiner Eltern 1954 geboren, getauft in der Frankenbergerkirche „Herz Jesu“. Die ersten beiden Lebensjahre verbrachte ich mit meinen Eltern, oder eher umgekehrt, in einer kleinen Dachgeschoßwohnung in der Burgstraße 44. (Diese Straße gibt es so nicht mehr. Sie führte um die Burg Frankenberg herum und begann an der Bismarckstraße als Verlängerung der Schloßstrasse. Dieser Teil heißt heute Rehmannstraße. Sie endete an der Ecke Bismarck/ Karlstr. Das letzte Stück heißt heute Goffartstraße) Meine Erinnerungen an diese Zeit sind sehr schwach, um nicht zu sagen, sind naturgegeben nicht vorhanden.

1956 zogen wir in die Kamperstraße in eine geräumige, 60 mイ große 2 Zimmerwohnung. Sie befand sich im der zweiten Etage eines großen rotes Backsteingebäudes, das zwei Wohnhäuser umfaßte. Das Haus war modern, das heißt, es war vielleicht 10..15 Jahre alt, also während des Krieges errichtet.

Aus heutiger Sicht eher einfach ausgestattet. Zentralheizung? Fehlanzeige. Geheizt wurde mit einem Ofen im Wohnzimmer und einem kohlebefeuerten Herd in der Küche. Das Badezimmer verfügte zwar über fließend Wassert, aber das war kalt. Es war eine Badewanne vorhanden, weiß emailliert. Eine „Badeofen“ diente zur Erwärmung des Wassers. Zwei, drei Briketts und eine gehörige Wartezeit, und es konnte gebadet werden.

Ich liebte es, zu baden.. Aber das gab es höchstens einmal pro Woche, wenn mein Vater badete. Anschließend kam ich dann ins Wasser. Schaumbad? Fehlanzeige. Gelegentlich kam etwas Badesalz ins Wasser, das es grünlich färbte und nach Tannen „duftete“.

Die Kamperstraße, die die Habsburgergerallee mit der Eynattener Straße verbindet bot mir eigentlich keine Spielkameraden. Die Wohnhäuser neben unserem waren von Angehörigen der belgischen Besatzungstruppe bewohnt, und gegenüber war eine Firma (Witt Kältemaschinen), daneben, so glaube ich mich zu erinnern, eine Tankstelle oder ein anders KfZ-Gewerbe und schußendlich die Rückseite von Lokschuppen, die zum Hauptbahnhof gehörten. Wenn ich dort durch die trüben, rußgeschwärzten Scheiben schaute, dann sah ich diese in meinen Augen riesigen schwarzen, schnaubenden Dampflokomotiven.

Aber zumeist spielte ich vormittags in der Wohnung. Zumeist mit meinen Bauklötzen, meinem „Matador“ Holzbaukasten und später meinem Metallbaukasten „Mekanik“. Das muß so zwischen 1958…1960 gewesen sein. Mittags kam mein Vater zum Essen vom Büro nach Hause. Wir, oder besser er, hatte schon ein eigenes Auto..

Nach dem Essen, mein Vater war wieder ins Büro gefahren, spülte meine Mutter das Geschirr ab und räumte die Küche auf. In der Küche stand unser Esstisch, und dort spielte ich auch. Das Wohnzimmer war tabu und war für mich höchstens mal Sonntags zugänglich.

Nachmittags fuhren wir dann zu Oma und Opa, die Eltern meiner Mutter. Meine Mutter besaß zwar einen Führerschein, aber kein eigens Auto. Privatwagen waren zu dieser Zeit ohnehin noch sehr selten, und wer hatte schon einen „Zweitwagen“ Also fuhren wir mit der Straßenbahn und dem O-Bus

Wir gingen die Habsburgerallee hinunter und durch die große Eisenbahnunterführung Dahinter war die Straßenbahnhaltestelle, an der sich auch ein Kiosk befand, bei dem meine Mutter gelegentlich ihre Nylonstrümpfe abgab, um wieder mal irgendeine Laufmasche ziehen zu lassen. Auch das gibt es seit langem nicht mehr.

Irgendwann kam dann die Straßenbahn der Linie 5 , 15 oder 25 von Ronheide her. Es war zumeist eine Straßenbahnzug, der entweder aus zwei Triebwagen oder einem Triebwagen mit antriebslosen Anhänger, einem sogenannter Beiwagen bestand. Die Triebwagen selber waren ziemlich klein. Der Fahrgastraum hatte auf beiden Seiten nur 3 oder 4 Fenster. Vorne wie hinten waren die Führerstände quasi wie ein Perron bei alten Eisenbahnwaggons für den Fahrer eingerichtet. „Stände“ ist hier wörtlich zu nehmen, denn meines Wissens stand der Fahrer. Er stand vor dem Fahrschalter, einem halbrunden, tonnenartigen Gebilde, das vom Boden bis etwa zu seiner Hüfte reichte. Oben war eine Kurbel aufgesteckt, mit dem der Fahrer die Geschwindigkeit in Stufen einstellte.

Der Einstieg in die Straßenbahn erfolgte über einen der Perrons, die Schiebetüren waren zumindest im Sommer ständig geöffnet. Vom Perron aus ging es durch eine weitere Schiebetüre in den Fahrgastraum. In diesen Schiebetüren und den Seitenteilen waren in einigen Bahnen tiefdunkelblau eingefärbte Glasscheiben. Ich fand das toll, ein richtiges tiefdunkles kobaltblau.

Der Vorteil der an beiden Straßenbahnenden vorhandenen Führerstände war die Möglichkeit, die Fahrtrichtung ohne Wenden der Bahn umzukehren. Der Straßenbahnfahrer zog dazu die Kurbel vom Fahrschalter ab, ging zum anderen Ende und stecke sie dort wieder auf. Fertig, und zurück ging es.

Die Fahrscheine kaufte man beim Schaffner, der dazu ständig im Wagen auf und ab ging und rief „Noch jemand ohne Fahrschein“. Die Fahrscheine selber waren auf einem kleinen Block geheftet, von dem Schein für Schein abgerissen wurde. Die Kasse, ein sogennanter Galoppwechsler, hing um seinen Bauch. Es waren 4 oder 5 nebeneinander angebrachte Röhren, jeweils eine pro Münzwert, in die er das Fahrgeld einsortierte. Das Wechselgeld konnte einfach entnommen werden, in dem der Schaffner kleine Hebelchen unten an den Röhren betätigte. Ich war fasziniert, das wollte ich auch mal werden.

An der Decke der Straßenbahn war in Kopfhöhe ein langes Zugseil angebracht, das vorne und hinten in den Perrons mit einer Signalglocke verbunden waren. Sobald alle Fahrgäste zugestiegen waren, zog der Schaffner, ich glaube, zweimal an der Schnur, um dem Fahrer zu signalisieren, daß er jetzt starten konnte. Mehrfaches heftiges Schellen veranlaßte den Fahrer, sofort anzuhalten. Dann war irgendetwas passiert.

Es gab aber auch modernere Straßenbahnwagen, die etwa doppelt so lang wie die alten waren und die bei denen der Perron wegfiel. Der Fahrer saß nun vor dem Steuerpult im Fahrgastraum Die Türen waren elektrisch betriebene Falttüren, die an beiden Seiten des Zuges an den Enden und auch in der Mitte angeordnet waren. Auch in dieser Bahn war ein Schaffner und verkaufte die Fahrscheine.Alle Straßenbahnenwagen waren übrigens in „Eierschale“ lackiert.

Wir fuhren also mit der Straßenbahn über den Elisenbrunnen und die Adalbertstarße hinunter, halb um St. Adalbert herum und stiegen aus, um auf der anderen Straßenseite an der Ecke Adalbertsteinweg / Monheimsallee in den Obus umzusteigen. Denn dort befand sich zu der zeit die Haltstelle, die später nach der Umgestaltung des Kaiserplatzes im Jahr 1959 dem Eingang in die Fußgängerunterführung zum Opfer fiel und vor die Engelapotheke in der Monheimsallee 22 verlegt wurde.

Der O-bus, Linie 51, war die einzige Oberleitungslinie in Aachen. Sie führte vom Kaiserplatz teilweise bis nach Baesweiler. Soweit fuhren wir aber nicht, denn Oma und Opa wohnten in der unteren Rolandstraße. Dort war direkt eine Haltestelle in der Paßstraße.

Der Obus war wie ein Autobus aufgebaut, nur hatte er einen Elektromotor als Antrieb. Der Strom erhielt er von der Oberleitung, die zweipolig über dem Fahrweg installiert war. Und der Obus war schneller bzw. hatte eine bessere Beschleunigung als die Dieselbusse, zumindest fühlte ich das so.

Auch im Obus ging ein Schaffner zum Verkauf der Fahrscheine auf und ab. Der Fahrer saß vorne wie in einem normalen Autobus. Die meisten O-Bus-Wagen hatten drei Aus- und Eingänge auf der Beifahrerseite, vorne, mittig und hinten, die elektrisch vom Fahrer geöffnet und geschlossen werden konnten.

Es gab aber auch einen in meinen Augen sehr alten Wagen, ich nehme an, ein Vorkriegsmodell, nur in der Mitte eine elektrisch betätigte Falttüre. Hintenwar eine ziemlich große, manuell zu betätigende Schiebetüre (vielleiht war aber nur die Mechanik oft kaputt) die zu einem plattformähnlichen Bereich mit Stehplätzen führte. Und dieser Bus war ziemlich schwach motorisiert. Ich erinnere mich, daß er. des öfteren in der doch ziemlich starken Steigung am Anfang der Paßstraße (Zur Jülicherstraße hin) stehen blieb. Er ließ dann den Motor laufen, und der Wagen schüttelte sich, Dann versuchte er wieder anzufahren. (Ich vermute heute, daß dort ein Schwungrad auf Touren gebracht wurde, um so eine größere Anfahrenergie zur Verfügung zu haben. Eine Technik, die auch in U- und S-Bahnen zum Einsatz kam, auch um Bremsenergie zurück zu gewinnen) Doch manchmal reichte es nicht, und alle Fahrgäste mußte mitten auf der Strecke aussteigen und zu Fuß die paar Meter bis zum nächsten Halt vor der Volksschule zu gehen. Das fand ich dann nicht so lustig.

Ich erinnere mich auch noch an den Anderthalbdecker, der auch um diese Zeit in Aachen fuhr, insbesondere um den Berufsverkehr, und damit die „Trumpfweiber“, wie meine Mutter sie nannte, nach Alsdorf oder Baesweiler zu fahren. Diese „Trumpfweiber“ rochen zwar irgendwie süßlich, es werden aber wohl eher „Zentisweiber“ gewesen sein…

Bei meiner Oma verbrachten wir den Nachmittag. Sie hatten einen Garten, in dem ich spielen konnte, und einen Freund, der zwei Häuser entfernt wohnte. Und um 17h gab es die Kinderstunde im fernsehen. Und Oma und Opa waren stolze Besitzer eines Leonardo-Fernsehschrankes von Philips. Farbfernsehen? Noch lange nicht in Sicht. Aber es gab ein Fernsehen, und das war 1958/1959 noch durchaus eine teure Seltenheit. Aber Opa hatte einen kleinen Handwerksbetrieb (Installateur) mit einem Gesellen und einem Lehrling und verdiente damit etwas besser der Durchschnittsarbeitnehmer. Wenn er dann nach der Kinderstunde nach Hause kam fuhr er meine Mutter und mich mit seinem zweifarbig lackierten Opel Olympia zurück in die Kamperstraße.

Donnerstag war Putztag. Morgens kam die „Putzfrau“ und ging Mittags nach dem Mittagessen. Aus diesem Grunde gab es Mittags etwas Preisgünstiges, im Allgemeinen Bratwurst. Heute frage ich mich, was denn so viel in einer Zweizimmerwohnung mit 60 mイ „herumzuputzen“ war. Aber egal.

Donnerstag war auch Anderoma Zeit. Nein, nicht Ande-Roma sondern Ander-Oma. Anderoma war die andere Oma, die Mutter meines Vaters. Sie war bereits seit 1956 verwitwet, kleidete sich aber immer noch (und das blieb so bis zu ihrem Tod 1962) trauergemäß schwarz. Vielleicht lag das an Ihren Katholizismus. Aber das würde zu weit führen.

Anderoma kam also Donnerstags morgens um mich abzuholen. Wir fuhren dann zu ihr in die Wohnung in der Alsenstraße, oder, wenn das Wetter es zuließ, fuhren wir den ganzen Vormittag mit der Straßenbahn, von Hot nach Hüh und von West nach Ost. Ich fand das toll. Und es war kostenlos. Ich war jünger als die magischen sehr Jahre, benötighte also keinen Fahrschein. Und Anderoma hatte einen Dauerfahrausweis mit Bildausweis, der ihr kostenlos zustand. Anderopa war im Depot (Werkstatt) bei der Aachener Kleinbahn und der späteren ASAEG angestellt. Ein kleinen Licht mit kleinem Einkommen, aber so konnten wir wenigstens kostenlos Strassenbahn fahren.

Im Jahr 1958 kam die Rote nach Aachen. Die Rote war kein kommunistisches „Trumpfweib“, sondern ein ganz tolle, rot lackierte Straßenbahn. Da gingen mir die Augen auf. Sie war endlos lang, und damit sie auf den Schienen überhaupt fahren konnte, war sie als Gelenkzug gebaut. Das Gelenk teile die bahn etwa 2/3 zu 1/3 (vorne/hinten)..

Sie war völlig anders als die bisherigen Bahnen. Zwar hatte auch sie drei Türen auf jeder Seite, konnte aber nur in eine Richtung fahren. Es fehlte hinten der Führerstand. Und alle Fahrgäste mußten hinten einsteigen, da auch der Schaffner nun einen festen Arbeitsplatz, eben hinten hatte. Er saß mit dem Rücken zur Beifahrerseite hinter einem Tresen, der ihn allseitíg umgab. Und auch der Fahrer hatte nun einen Fahrersitz, er mußte nicht mehr stehen, wie in diesen kleinen alten Triebwagen.

Die Rote fuhr auf der Linie 12 von Vaals, oder besser: von vor Vaals, denn die Grenze wurde nicht überfahren, bis nach Eilendorf zum Markt. (Ob die Straßenbahn noch weiter Richtung Stolberg fuhr weiß ich nicht mehr). Vor dem Grenzübergang Vaals war eine Wendeschleife gebaut worden, da die Rote wie erwähnt nur in eine Richtung fahren konnte. (Meine Recherchen haben ergeben, daß diese Wendeschleife schon einige Jahre zuvor eingerichtet worden war, um der Linie 12, der „Butterbahn“, eine höhere Taktrate zu ermöglichen. Ich selber glaube mich aber daran zu erinnern, das die Wendeschleife für die „Rote“ gebaut wurde. Eine Anfrage bei der ASEAG wurde bislang nicht beantwortet

In Eilendorf war, wenn ich meiner Erinnerung trauen darf, die Wendeschleife entweder auf dem Markt oder zumindest kurz dahinter. Ich kann es aber nicht mit Bestimmtheit sagen)

Also mußte Anderoma mit mir von nun an immer mit der „Roten“ fahren. Wir fuhren zunächst mit der 5/15 von der Haltestelle Habsburgerallee bis zur Hauptpost (Kapuzinergraben) und warteten dort auch die „Rote“. Nur es gab nicht genug „Rote“ in Aachen, ich glaube es gab nur zwei, so daß wir immer einige alte normale Straßenbahnen der Linie 12 abwarten mußten, bis daß dann endlich wieder die Rote kam. An der Endstation Vaals stiegen wir dann kurz aus um direkt in die selbe Bahn wieder in Richtung Eilendorf einzusteigen.

Wir gingen nie nach Vaals hinein, da daß damals wegen der Grenz- und Zollkontrollen meiner Anderoma zu aufwendig war. Vielleicht war ihr Vaals aber auch nicht katholisch genug.

An der anderen Endstation für uns, der Markt Eilendorf, stiegen wir wieder aus, fuhren aber nicht mit der selben Bahn wieder nach Vaals, sondern warteten und warteten bis wieder einen Rote kam. Dann wiederholte sich das Spiel… Soange, bis ich zum Mittagessen wieder nach hause gebracht wurde. Und das gab es bei uns um 13 Uhr….

Ostern 1961 wurde ich eingeschult, und damit endete das Fahren mit der „Roten“. Ende 1961 kam Anderoma ins Krankenhaus, in dem sie nach langer Krankheit im August 1962 auch verstarb. Einige Monate zuvor waren wir in die Weißhausstraße gezogen, und dort gab es keine Straßenbahn, nur den Bus der Linie 4. Und das war langweilig.

 

Interessante und weiterführende Links im Internet zu Thema „Straßenbahn“ in Aachen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Straßenbahn_Aachen
http://de.wikipedia.org/wiki/ASEAG
http://www.aachenerkleinbahn.de/index.html
http://www.anderthalbdecker-aachen.de/index.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Oberleitungsbus_Aachen
http://de.wikipedia.org/wiki/Obus (allgemein, nicht auf Aachen bezogen)
http://www.obus.info/obus/deutschland/aachen/index.htm

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,3589984,page=all (viele Bilder)


 

Hanns-Jürgen Mostert

Dr.-Ing. Hanns-Jürgen "Yogy" Mostert, geboren 1954 in Aachen, Abi 1974 am KKG, wenn auch "nur" pädagisch-musisch, Diplom 1980 an der RWTH (Elektrotechnik), anschließend Promotion an der TU Berlin, Jobs in Freiburg, Rastatt und Heidelberg. 1995 Rückkehr in heimatliche Gefilde mit Gründung einer eigenen Firma hier in Waldfeucht. Seit 2004 nur noch gelegentlich und zumeist hobbymäßig "beruflich" tätig. Liiert mit einer Kölnerin seit 1977, Heirat 1986, eine erwachsene Tochter seit 1989, die zur Zeit an der RWTH studiert. Und ganz wichtig in Bezug zu Aachen: 20 Jahre lang, von 1970 bis 1990 machte ich mit unterschiedlichen DJ's auf vielen vielen Feten und Veranstaltungen Discothek. Zum Beispiel im Ponttor, im Neuen Kurhaus und im Eurogress (KJ-Ball) oder auch im Quellenhof (Liedertafel). Unser Name, vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere, war "moco-disc" (zeitweise auch "telstar-disc").

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1 Antwort

  1. Diverse (Archiv) sagt:

    BEBRONNE Wolfgang
    (Mittwoch, 16 November 2011 09:04)
    Sehr schön, ich erinnere mich auch noch gut an diese Zeiten, bin 1954 geboren und lebte bis
    1961 in der Zollernstrasse 22 (das Haus wurde zugunsten des „Landkreis Aachen“-Gebäudes bzw. Parkplatzes vor 2 oder 3 Jahren abgerissen), ab
    1962 wohnte ich dann in der Karl-Marx-Allee.
    An HaJüs TEL-STAR- und MOCO-Disc erinnere ich mich auch noch sehr gut, da ich zu Beginn der 70er Jahre dort mit tätig war (ein weiterer „Mittäter“ war H. Nüssken aus Kalverbendenund Manfred Jansen aus dem Wiesental); man denke an die legendären Ponttorfeten, wo 80 Leute von der Stadt als Vermieter erlaubt waren, aber auch schon mal mehr als 200 reinpassten. Wir wollten als Schüler bzw. junge Studenten ja Geld verdienen. Ich denke da auch an ein legendäres Konzert mit der Rockgruppe DILL WEED im Ponttor, Schlagzeuger Stefan Kremer, damals ca. 13 Jahre alt, der heute ein be-kannter Studioschlagzeuger ist.

    Kunze Helga
    (Mittwoch, 16 November 2011 12:09)
    Mit Vergnügen habe ich diesen Beitrag gelesen.Der O-Bus Nr. 51 war auch „meine“ Linie, da ich bis 1966 in der Paßstr./Ecke Rolandstr. wohnte. Meine Eltern betrieben dort ein Lebensmittelgeschäft und ich überlege nun schon die ganze Zeit, wer die Großeltern gewesen sein könnten…..
    Auch die „Rote 12“, wie wir sie nannten, war für mich von Bedeutung, denn meine Oma wohnte in Vaalserquartier und dort verbrachte wir Enkel oft die Ferien. Allerdings ging Oma liebend gern nach Vaals und ich kann mich an all die holländischen Köstlichkeiten erinnern.
    Herzliche Grüße nach Aachen
    Helga Kunze

    Hanns-Jürgen Mostert
    (Mittwoch, 16 November 2011 15:16)
    @Helga Kunze:
    Die Großeltern waren Heinz und Trudel Reiß in Hausnummer 51. Ich suche übriegns noch Infos zur unteren Rolandstr., vielleicht können Sie da helfen… Oder kennen wir uns aus der damaligen Zeit? Mein Spielkamerad dort war Hansgert Schiffers, etwa 1953 geboren.

    Hanns-Jürgen Mostert
    (Mittwoch, 16 November 2011 16:04)
    @Wolfgang Bebronne
    habe da ein paar Infos für Dich: moco-disc gegründet März 1070 von Christof Coninx und mir (Da Co hatte aber nichts mit Coninx zu tun)
    Frühjahr 1971 Zusammenschluß mit TS/A („Sigi“ Nüsken und Manfred) zur TS/A moco-disc. 1. Ponttorfete (die mit den 80 zugelassenen Gästen) war am 02. October 1971. Wir hatten damals 320 Karten verkauft… 80 waren erlaubt.. Ob der gute Herr Faber (Zuständig für die Vermietung) das hier liest? Wir setzten 410 DM um und hatten 270 DM Reingewinn.
    Der (erste) gemeinsame Auftritt mit Dill Weed war am 20. November 1971 und fand nicht im Ponttor (dort gabe es meines Wissens keine gemeinsame Veranstaltung) sondern im Jugendheim von St. Jakob (Carl Sonnenschein Haus)
    Kurz benannten wir uns in TELSTAR-DISC um
    Am 22. Januar 1972 hatten wir die zweite Veranstaltung mit Dill Weed in St. Jakob..

    Walter von den Driesch
    (Mittwoch, 16 November 2011 19:14)
    Das rote Ziegelhaus in der Kamperstraße ist mir wohlbekannt. Erstaunlich, daß so ein Gebäude während des Kriegs überhaupt errichtet werden konnte. Gegenüber, vor Witt, waren auf dem Bürgersteig drei mit Eisenplatten abgedeckte Gruben, in die Kehrmännchen des Bezirks den Kehrricht entleerten, der später von Lastwagen abgeholt wurde. Ich glaubte, durch die Grube gelange man in die Hölle. Mein täglicher Schulweg von der Eynattener zur Reumontstraße. Gegenüber den Belgier-Häusern waren zu meiner Zeit mehrstöckige Wohnhäuser errichtet worden, wo einige Klassenkamerad/inn/en von mir wohnten, der ich mich noch gut erinnere, vor allem an die schöne V., die ich später, 20 Jahre später, immer mal wieder „in der Stadt sah“ und feststellte, daß sie tatsächlich noch schöner geworden war.
    Ich liebte und liebe Straßenbahnfahren, aber meiner Familie Weg aus der Innenstadt führte über Theaterstraße, Kurbrunnenstraße, „Schleife“, Ksinostraße und Krugenofen. Die blaue Scheibe faszinierte auch mich. Aber auch das Zuknallen des Fahrscheinkastens in Griffelkastengröße, in dem die Fahrscheinblocks übersichtlich eingespannt waren. Beherrscht wurde das Kleinviertel durch „Bahnebülle“, die die Kneipe Ecke Wiesen-/Kamperstraße gegenüber den Lokschuppen nahe des Bahnübergang frequentierten, wo später eine Tanzschule war.

    klaus-dieter geulen
    (Sonntag, 28 April 2013 23:26)
    deä ärme jong – immer nur straßenbahn fahren

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