Kriegskindheit in Burtscheid

Unsere Mädchenschule auf dem Abteiplatz wurde bombadiert, so mussten wir in die Jungenschule in die Kleverstrasse gehen. Streng getrennt von den Jungen.

Viel gelernt haben wir in den Kriegsjahren nicht. Nachts saß man ja oft im Luftschutzkeller, oder im Bunker in der Kasinostrasse. Man legte sich abends angezogen ins Bett, meist mit einem Trainingsanzug. Ein Köfferchen mit wichtigen Sachen stand neben dem Bett, so dass wir bei Alarm aus dem Bett, das Köfferchen gepackt und dann ging es in den Keller. Wenn es ruhig blieb, konnte man im Keller meist noch etwas schlafen.

Wir besaßen einen Garten in den Zwanzig-Morgen. Er wurde von der Mutter gehegt und gepflegt. Nur für das Düngen mit Pferdemist war ich zuständig.

Mutter hatte ein feines Gehör. Hörte sie Pferdegetrampel, dann stand sie am Fenster, um zu schauen, ob die Pferde etwas fallen ließen. Dann hieß es schnell sein, um die Pferdeäpfel aufzukehren, denn Nachbarskinder hatten auch Gärten.

Die Pflanzen brauchten auch mal Jauche. Dazu verhalfen mir die Kühe vom Bauer Montwe an der Malmedierstrasse. Dann ging ich mit Eimer und Kelle, um die Kuhfladen aufzusammeln.

Auch das Obst von Bauer Montwe schmeckte besser als das Obst aus Mutters Garten. Wehe, wenn er mich erwischte, dann hieß es Reißaus nehmen.


 

Elfriede Schreier

Ich (geb. Matheé) bin im März 1933 in Burtscheid in der Kapellenstraße zur Welt gekommen, also bin ich ein waschechtes Burtscheider Mädchen.

Meine Kindheit würde ich trotz Krieg und Entbehrungen als sehr schön bezeichnen.

1953 heiratete ich meinen Mann Peter, mit dem ich vor zwei Jahren das Fest der Diamantenen Hochzeit feiern durfte. Seit 1976 wohnen wir in Laurensberg.

Glücklich sind wir, eine Tochter, fünf Enkel und einen Urenkel zu haben, die mir immer wieder helfen, mit der neuen Technik zurechtzukommen.

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