Zwischen den Tagen – die nächste Fortsetzung

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[Foto: Regina Weinkauf]

 

Im September 2014 wurde das Gemälde wieder enthüllt. Der Bau- und Liegenschaftbetrieb NRW (BLB), Eigentümer der Wand, hatte bereits 2013 Gutachten in Auftrag gegeben, wie die altersschwache Stützmauer mit dem darauf befindlichen Bild erhalten werden könnte, startete eine äußerst aufwendige Mauerrenovierung.

Abgestimmt mit der Denkmalpflege, denn inzwischen war der Denkmalschutz eine beschlossene Sache, wurde ein maroder Stützpfeiler durch einen Betonpfeiler ersetzt und danach mit zur Wand passenden Ziegelsteinen verblendet. Oberhalb des Kunstwerkes wurde zur Stabilisierung ein Ringbalken aufbetoniert. Mit einem Diamantbohrer, um Erschütterungen zu verhindern, wurden von hinten Löcher gebohrt, um den Ringanker mit Bewehrungsstäben aus nicht-rostendem Stahl zu verankern. Vor der Wand wurde ein Streifen aus Kies angelegt und mit einem Stahlband eingefasst.

Der BLB hat wahrlich weder Kosten noch Mühe gescheut, diese Mauer auf sicheren Stand zu bringen. Nun fragt sich die große überregionale Paier-Fan-Gemeinde, wie das Bild selbst wieder aufgearbeitet werden wird, denn es ist stark verwittert, teilweise verblasst und ein Teil des Kopfes und der linken Hand fehlen.

Interessanterweise ist „Zwischen den Tagen“ das vierte Kunstwerk, das Klaus Paier an diese Wand gegenüber dem Kaiser-Karls-Gymnasium gemalt hat. Die drei Vorgänger „Zeugniszeit“, „Schrei leise“ sowie „Der Schüler wird zum Sinn des Lebens bekehrt“ wurden schnellstens wieder entfernt. Umso erstaunlicher, dass der Punker auf dem Wandbild 31 Jahre lang dort auf der Mauer verbringen durfte. Übrigens hatte damals ein junger Mann Modell gestanden, der mit großem Interesse verfolgt, was mit seinem Konterfei geschieht. Nachdem der schützende Busch vor einiger Zeit entfernt worden war, traten nun ganz deutlich Relikte von einigen der Vorgänger-Bilder auf (siehe Foto).

Was wird nun zur Restaurierung dieses spannenden Aachener Kunstwerkes geschehen??? – Fortsetzung folgt.


 

 

Regina Weinkauf

Regina Weinkauf, Jahrgang 1948, lebt seit 1969 in Aachen. Seit 2008 ist sie Rentnerin. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und zwei Enkel. Sie ist politisch und ökologisch sehr interessiert.

Im Berufsleben arbeitete sie unter anderem in verantwortungsvollen Positionen bei den Meisterkonzerten Aachen und im 2. Physikalischen Institut der RWTH. Zu ihren Hobbys gehören Lesen, Reisen und Fotografieren.

Foto-Ausstellungen: Frauen und Mädchen in China, Brasilien, Menschenbilder, Sprühansichten – Aachener Graffiti, Mauerbilder des Aachener Wandmalers Klaus Paier. Mehr dazu auf ihrer Website.

Seit 2010 schreibt sie für das Online-Lexikon Wikipedia mit dem derzeitigen Schwerpunkt Künstler, Künstlerinnen aus Aachen.

Ehrenamtliche Tätigkeiten: Mitarbeiterin beim Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes (1991 – 1994), Mentorin bei JutE - Jugend trifft Erfahrung seit 2008, Schöffin am Landgericht Aachen.

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