Streuselbrötchen

streuselbroetchen1Wenn man an Aachen denkt, denkt man sofort an Aachener Printen, vielleicht an Reisfladen oder an Aachener Sauerbraten, aber sicher nicht sofort an Streuselbrötchen. Dabei sind sie laut den Aachener Nachrichten in Aachen erfunden worden und außerhalb von Aachen kaum bekannt.

Haben Sie schon mal versucht, in Köln ein Streuselbrötchen zu kaufen? Es wird Ihnen nicht gelingen. Sie bekommen vielleicht eine Art „Streuseltaler“, ein rundes Mürbeplätzchen mit ein paar Streuseln drauf. Nein, Streuselbrötchen gibt es nur hier bei uns! Diese weichen Hefebrötchen mit dem knusprigen, süßen Streuselkrümeln sind eine echte Aachener Spezialität.

Das Geheimnis sind die Streusel! Nicht zu fein und vor allem nicht zu wenig müssen es sein. Am besten sind es so viele, dass sie noch über den Rand des Brötchens hinausragen. Jedes Kind in Aachen kennt Streuselbrötchen! Ich wurde schon als Kind damit belohnt wenn ich tapfer beim Arztbesuch war oder eine gute Schulnote bekommen hatte. Gerne beruhigen Mütter ihren quengelnden Nachwuchs damit, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Großmütter kaufen sie ihren Enkelkindern. Sie schmecken zu jeder Tageszeit, zum Frühstück, zum Kaffee oder einfach mal zwischendurch.

Als ich Kind war, kostete ein Streuselbrötchen 15 Pf, heute sind es 0,75Euro. Der Preis hat sich geändert, aber der Geschmack ist geblieben. Auch heute „gönne“ ich mir ab und zu ein Streuselbrötchen und fühle mich dadurch oft in meine Kinderjahre zurückversetzt.

streuselbroetchen2Jeder Bäcker hat natürlich sein Geheimrezept, aber nach nachfolgendem Rezept kann man selber Streuselbrötchen backen, deren Geschmack schon sehr nahe an die vom Bäcker ran reicht.

Teig: 40g Hefe, ca. 300 ml lauwarme Milch, 60g zerlassene Butter, 60g Zucker, 2 Eier, 600g Weizenmehl, etwas Salz (Hefeteig herstellen, und an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich ca. verdoppelt hat, dann nochmals durchkneten)

Streusel: 125g Mehl, 125g Zucker, 125 g kalte Butter (in Stücke geschnitten), nach Geschmack ¼Teel. Zimt (alles vermischen bis grobe Streusel entstanden sind)

Aus dem Teig kleine Brötchen formen, auf ein gefettetes Backblech legen, mit Wasser bepinseln und großzügig mit Streusel bestreuen und leicht andrücken. Nochmal für ca. 15 min gehen lassen. Backen bei ca. 180C, ca. 15 min (Ergibt ca. 12 St.)

Nach diesem Rezept kann man auch in der Ferne Streuselbrötchen selber backen, wenn einen das kulinarische Heimweh packt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

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10 Antworten

  1. Uschi Ronnenberg sagt:

    Mir war das ewige Zeiten nicht bewußt, daß Streuselbrötchen außerhalb Aachens nahezu unbekannt sind. Bis letztes Jahr eine Bekannte aus Bonn über dieses ihr neue Gebäck völlig aus dem Häuschen war und sogar darüber twitterte. Bonn – das ist nur eine Stunde Fahrt von hier…

  2. Henny Nikodem sagt:

    30 Jahre ohne Streuselbrötchen. Wie habe ich das nur ausgehalten. Das Rezept ist super!!!! Die gibt es jetzt wieder öfters.

  3. Max Eisele sagt:

    Ich weiß noch als ich das erste mal einen Berliner Bäcker fragte, ob die Streuselbrötchen denn schon alle ausverkauft seien… eine bittere Erkenntnis, dass die in meiner neuen Heimat völlig unbekannt waren. Jetzt freue ich mich bei jedem Aachen-Besuch auf mein Streuselbrötchen.

  4. HansP sagt:

    Werde ich heute für meine Enkel backen und ihnen erklären das dies ein Stück Heimat vom Opa ist. Danke für das Rezept!

  5. Franz sagt:

    Wenn wir ins Saarland fahren, um unsere Kinder und Enkel zu besuchen, müssen wir, seitdem wir sie einmal mitgebracht haben, sie nun immer mitbringen 😉 Wo gibt es denn heute in Aachen noch die guten alten Streuselbrötchen? Die vom Moss sind viel zu hell und haben viel zu viel Marzipan. Die müssen mitteldunkelbraun sein. Werde das Rezept mal ausprobieren. Danke dafür Adieda

  6. A.C. Gaab sagt:

    Ich bin gerade sehr erstaunt, das es Streuselbrötchen nur im Raum Aachen geben soll. Ich habe sie schon vor 30 Jahren in unserer damaligen Heimat, der Pfalz, gegessen und freue mich jedes Mal wenn ich dort wieder eines kaufen kann, denn, ehrlich gesagt, die meisten Streuselbrötchen im Aachener Raum machen ihrem Namen wenig Ehre. Statt Streusel erkenne ich darauf eher breite, unförmige, auseinander gelaufene Flatschen.
    Apropos: am Wochenende gehts wieder n die Pf

  7. Petra Heemann sagt:

    Ich bin sehr froh über das Rezept und werde es schnellstens ausprobieren. Ich habe auch vor Jahren meine Heimat Richtung Osnabrück verlassen. Ich war erstaunt, dass es hier keinen einzigen Böcker gibt der die Streuselbrötchen kennt. So kam es, dass meine Schwester oder Eltern zu Besuch kommen mir ein Streuselbrötchen mitzubringen haben, sozusagen als Miete. Aber da gab es noch ein Problem, ich esse die Streuselbrötchen nur von einem bestimmten Bäcker. Ich habe damals, als noch in Aachen lebte, alle Bäcker verglichen. Meine Schwester glaubte mir nicht und macht sich den Spaß mir von 5 verschiedenen Bäckern 8 verschiedene Streußelbrötchen vorzulegen (einige waren doppelt). So jetzt hieß es, : Jetzt sag mir welche Brötchen von Leo sind. Manche konntest du schon nach dem Aussehen aussortieren und manche probieren. Ich habe alle Brötchen der richtigen Böckerrei zugeordnet. Seitdem bekomme ich nur noch Streuselbrötchen von Leo. Wenn ich in Aachen bin kauf ich auch immer so 5 Stück ein und friere die dann sofort ein. Es ist nicht das selbe aber auch lecker.
    Viele liebe Grüße an Oche

  8. Andrea sagt:

    Streusel”brötchen” gibt es nur in Aachen,Streuseltaler oder Streuselkuchen überall.

  9. Sigi P. sagt:

    hmmm
    die ersten Jahre auf dem Weg zum GSG fuhren wir abundzu mit dem Bus bis Oppenhoffallee und da gab es in einer Bäckerei (ich glaub i.d. Charlottenstr.), die machten etwas Zitronenguss darüber …
    Ich meine die kosteten 25Pfg …
    Später als ich die Mofafreiheit erlangt hatte waren wir dann auch öfter im Zentrum wo an den Drouvenstreuselbrötchen noch ein Kranz Streusel klebte! Dank knappem Taschengeld, war das eine Seltenheit, die dann umso besser mundete

  1. 19.10.2020

    […] Eine Aachener Spezialität, für die es ein wunderbares Rezept von Hanne Follmer gibt, und zwar hier. […]

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