Lütticher Straße | Kaffee & Tee Jansen (2/4)

(Fortsetzung dieses Beitrags.)

Im Laufe der folgenden Jahre eröffneten die Jansens an verschiedenen Orten der Stadt weitere Filialen.
So z. B. in Aachen-Brand oder in der Franzstraße im Zentrum der Stadt. Von diesen Geschäften gibt es keine erkennbaren Hinweise oder Spuren mehr.

Von der Eröffnung der Geschäftsstelle in den 50ern an der Adresse Löhergraben 1-3 (Ecke Mörgensstraße) hat mir der Herr Jansen das folgende Photo zur Veröffentlichung überlassen.

Löhergraben 1-3

Oben links im Bild erkennt man ein bisschen was von der Straßenfront der ehemaligen Nadelfabrik Josef Zimmermann GmbH in der Rosstraße. Auch hier ist ein reichhaltiges Warenangebot im Schaufenster zu bewundern. Im Ladeninneren kann man im Hintergrund eine größere Zahl von Mahl-Maschinen für die verschiedenen Kaffeesorten erkennen.

Zwei fest angestellte und mit hübschen Schürzen adrett gekleidete Verkäuferinnen warten auf Kundschaft.

Der Herr mit Zigarette an der Tür vor dem Schild mit dem Aufschrift Heute Kaffee ist der Nachfahre von Otto Kind und zu jener Zeit der 50-iger Jahre Chef der Kölner Firma Kind, die seit Beginn des XX. Jahrhunderts auf Ladeneinrichtungen und Ladenausbau spezialisiert gewesen war und nach dem II. Weltkrieg den Betrieb erfolgreich wieder aufbauen konnte. 

Die beiden anderen Männer (ohne Hut) sind Mitarbeiter und Handwerker der Firma Kind gewesen, wie mir Herr Rolf Jansen erklärte.

So erfuhr ich ebenfalls, daß die Firma Kind auch für alle anderen Ladenlokale die Einrichtungen anfertigte und den Innenausbau ausführte. Die jeweiligen Kosten für diese Aufträge beliefen sich im Schnitt zwischen 35.000 DM und 38.000 DM und wurden über Kreditaufnahmen finanziert.

Der Mann, dessen Rücken man sieht, ist ein zufälliger Passant.

Die Dame vor der Tür ist Frau Jansen, die Mutter des Herrn Rolf Jansen vom heutigen Teefachgeschäft Jansen in der Pontstraße. 

Sein Vater verstarb leider sehr früh im Jahre 1957 während der besten Zeit des Deutschen Wirtschaftswunders, wohingegen seine, noch heute von vielen Menschen in der Stadt hoch geschätzte Frau Mutter, erst vor wenigen Jahren im hohen Alter – gut 90-Jährig – verstarb.

Heute sieht es am Löhergraben so aus.

Löhergraben 1-3 im Dezember 2014

Ein uneingeschränkt empfehlenswertes Stehcafé, welches ein Nebenbetrieb der Alexianer zu sein scheint, mit einer sehr netten Chefin und leckeren Speisen, nach denen es mitunter im ganzen Eck drumherum duftet.

Das nebenan befindliche Friseurgeschäft gab es damals schon, nur die Frisuren, die heute dort geschnitten werden, sind mitunter etwas gewagter wie damals und werden vom Friseur-Team Blank und Jacqueline Engels in Vollendung zurecht gemacht.

In der Südstraße hatte die Firma Jansen´s Kaffee eine weitere Filiale, mit der sie allerdings innerhalb der Straße einige male umgezogen war.

Das erste Geschäft dort befand sich in der Südstraße 56 neben dem Club Hotel Europa in den Räumen des heutigen AC | Fitness Shop.

Das erste Geschäft in der Südstraße 56 | etwa 1961

Die Aufnahme wurde kurz nach der Eröffnung im Jahre 1961 gemacht. Im Hintergrund wieder eine stattliche Reihe von Mahl-Maschinen für die verschiedenen Kaffee-Sorten.

Das kleine Mädchen hinter der Tür, welches dem Photographen auf der Straße zuwinkt, ist die zehn Jahre jüngere Schwester des Herrn Rolf Jansen.

 

Bis auf die typische Fensterfront ist heute nichts mehr zu erkennen, was auf ein ehemaliges Kaffeegeschäft in der Südstraße 56 schließen ließe. Der Türgriff ist vor einigen Jahren mal ausgetauscht worden.

Fensterfront Südstraße 56 | Dezember 2014

Später fand der Verkauf im Haus Südstraße 34 A statt. Hiervon gibt es dieses Photo.

Ein halbwegs genauer Zeitpunkt für das Aufnahmedatum war nicht mehr annähernd erinnerlich. Mit Sicherheit muss das deutlich nach 1961 bis Ende der Sechziger im vergangenen Jahrhundert gewesen sein.

Auffallend ist die – damals noch bar jeglicher herbei gefaselter Pejoration – Leucht-Reklame mit dem Sarotti-Mohren und von der Schokoladenfabrikation Stollwerk. Beide Marken gehören heute zur belgischen Unternehmensgruppe Baroni.

Zu jener Zeit fuhr jedenfalls noch die Straßenbahnlinie 15 vom Grenzübergang Vaals/NL kommend durch die Südstraße nach Aachen-Brand, wie auf dem Bild von Tom Burnham aus dem Jahre 1971 zu sehen ist. und die nächtliche Straßenbeleuchtung wurde noch von Gaslaternen gespendet.

(Hier finden Sie die Fortsetzung dieses Artikels.)

Peer van Daalen

Ich bin Kreuzberger Jahrgang 1952 und mit 25 Jahren von Berlin nach Aachen gezogen. Die Schmetterlinge im Bauch haben mir den Weg gezeigt.

Nun bin ich 62 Jahre alt und man nennt mich den Öcher mit dem Sprachfehler.

Aachen ist ohne Wenn und Aber meine Heimat geworden, obwohl mir so manches immer noch arg ulkig vorkommt und ich gerne meckern tu.

Immer wieder toll sind jedoch die Geschichten oder Ameröllchen dieser Stadt, die mir zu Ohren kommen und die in keinem Öcher Geschichtsbuch zu finden sind und von keinem Stadtführer erzählt werden.

Das möchte ich hier gerne tun ...

Website

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Alert: Der Inhalt ist geschützt.