Fritten mit Senf und Currywurst – eine Hommage an Frau Prinz

Prolog

Als ich Anfang April diesen Jahres hier den Beitrag von Mark Heckroth über den berühmten Aachener „Currypalast“ las, drängten gleich meine Tippfinger Richtung Computer, um meine etwas andere Sichtweise darzustellen. Aber, wie es so ist, das Tagesgeschäft ließ es nicht zu, meinen doch etwas umfangreicheren Artikel zu verfassen. Nun veröffentlichte René H Bremen hier kürzlich einen „historisch fundierten“ Artikel über den Currypalast.

Ich selber war und bin ein Currywurst-mit-Fritten-und-Senf-Fan der alten Schule. So etwa 1972 fuhr ein Freund – er hatte schon einen Führerschein und auch ein Auto – mit mir in die „Stadt“, um mir dort den Currypalast und die „beste Currywurst“ zu präsentieren. Der „Currypalast“, er wurde damals nur im Volksmund so genannt, war eine eher unauffälliger kleiner Imbiß in der Komphausbadstraße, kurz vor der Peterstraße. Und, ich muß es ehrlich sagen, die Currywurst war nicht schlecht, aber sie konnte die Currywurst, die ich gewohnt war, nicht toppen.

Einige Jahre später, der Currypalast hatte sich räumlich ausgedehnt, war ich zum zweiten Mal dort, um eine Currywurst mit Fritten zu essen. Aber auch diesmal konnte sie nicht zu meiner Favoritin aufschließen. Ob der „Currypalast“ damals schon die rote Neonwerbung von heute hatte, weiß ich nicht mehr.

Lieber Currypalast, ich weiß, Du bist und warst das Fritten- und Currywurstmekka vieler Öcher und studentischer Wahl-Öcher. Ich gönne es Dir, von ganzen Herzen. Und vielleicht wäre mein Curry-Wurst-Urteil heute auch anders als vor über 40 Jahren, denn damals hätte der berühmt-berüchtigte Wandspiegel geantwortet: „Ihr habt die beste Currywurst in der Stadt, aber, wenn ich es so recht bedenke, da hinter dem Hügel gibt es eine Frittenbude….“

Vorspeise

Mein Vater war ein Freund der angebräunten (damals noch ohne EU-Geschmacks-Kastration) goldgelben frittierten Kartoffelstäbchen. Ich (Baujahr 1954) lernte sie schon mit Kindesbeinen kennen und schätzen, und das natürlich mit Senf. So um 1960 führten die sonntäglichen Ausflüge meiner Eltern mit mir in die Eifel an die Rur oder in die Ardennen resp. in das Hohe Venn, oft verbunden mit einem Besuch bei den Verwandten meines Vaters in Eupen. Wenn es dann nach der Rückkehr aus der Eifel meinem Vater nach Fritten gelüstete, fuhren wir zum Elsaßplatz, wo er eine “Frittenbude“ kannte. Die Fritten wurden dann mit nach Hause genommen und dort verspeist.

Bei Ausflügen in die Ardennen war das alles etwas einfacher. Gefühlt an jeder dritten Kurve der belgischen Landstraßen wurden aus umgebauten Fahrzeuganhängern oder  aus modifizierten Tranportern („Bullis“) heraus Fritten verkauft. Dann und wann hielten wir an, und mein Vater marschierte mit mir zum Verkaufsfenster. Als mein Vater dann irgendwann der Meinung war, ich sei „frittenfest“, bekam ich sogar meine erste eigene – kleine – Portion.

Nun, verkauft wurden die Fritten, indem eine kleine Spitztüte, wie man sie sonst beim Verkauf von Klömpchen (für die Nichtoecher: Bonbons, Konfekt) benutzte, mit altem Zeitungspapier zur gefühlten Schultütengröße erweitert, diese mit den Kartoffelstäbchen auffüllte. Nun, vielleicht wurde auch die hygienisch saubere „Klömpchenstüt“ einfach weggelassen. Das bißchen Druckerschwärze hat auch niemandem geschadet, wir sind halt eine zähe Generation (gewesen). Aber irgendwann setzte sich der Hygienewahn sogar in Belgien durch: Zwischen die Fritten und der umgebenden Zeitungspapierlage kam eine Lage sauberen, weißen Papiers.  Inwieweit sich gleichzeitig der Preis für eine Tüte Fritten erhöht hat, ist nicht überliefert.

Die wichtigste und auch letzte Frage seitens des Frittenanbieters war: „mit oder ohne“. Sprich: „Mit oder ohne Senf“. Die Antwort ist für einen Belgier und einen echten Oecher, zumindest der damaligen Zeit, ein klar und deutlich gesprochenes „mit“. Luxuriösere Frittenbuden erlaubten die Wahl zwischen scharfem und sehr scharfem Senf… Die holländische Unsitte, die leckeren Kartoffelstäbchen mit „Salatdressing“  vulgo: “Mayo“, einem Gemisch aus 20W40 Salatöl und Eigelb, zu verderben, kam meiner Meinung nach etwa 1963-64 in Aachen an. Zunehmend sah man dann auf dem Tresen zwei der großen Keramiksenftöpfe mit Zugpumpe, von denen einer für die „Mayo“ mißbraucht wurde.

Heutzutage ist man schon eine Ausnahme, wenn man „Fritten mit Senf“ bestellt, zumindest außerhalb Aachens.

Hauptgericht

Anfang/Mitte der 60er Jahre: Wir waren mittlerweile umgezogen, und meine Mutter hatte ein eigenes Auto, da von der Weißhausstraße aus selbst Lebensmittelgeschäfte nicht wirklich fußläufig, zudem mit schwerer Einkaufstasche, erreichbar waren. So fuhr meine Mutter nach Burtscheid einkaufen. Dort hatte sie auch eine “Frittenbude“ gesichtet, die an der Kapellenstraße gegenüber des kleinen Platzes mit dem „Milchbüdchen“ (Kiosk) gelegen war.

Gelegentlich, wenn mein Vater mittags nicht nach Hause zum Essen kam, und meine Mutter keine Lust zum Kochlöffelschwingen hatte, fuhr sie, nach meiner hinreichend langen Quengelei, dorthin, um Fritten und  Bratwurst zu holen.

Senf kam dann zu Hause dazu, wenn auch der Frittenbudensenf mir noch besser geschmeckt hätte.

Lecker.

Mein Klassenkamerad Leo, mit dem ich ich mich in der 1965 Sexta (für die später geborenen der „Generation Fahrradhelm“: Die Sexta ist die Einstiegsklasse auf dem Gymnasium, also so gesehen die fünfte Klasse) kannte die Frittenbude ebenfalls, er wohnte schließlich unweit von ihr in der Gregorstraße. Und so kam es, dass uns Leos Mutter dann und wann etwas Geld in die Finger drückte und wir uns Fritten, manchmal mit Wurst, holen durften.

Und dort sah ich dann zum ersten Mal, wie die „Frittenfrau“ eine Bratwurst von der Bratplatte nahm, sie in ein Kartonschiffchen legte und längs aufschnitt. Dann schöpfte sie aus einem Kessel, der auf den Herd köchelte, eine rötlich-braune Soße und übergoß damit die Wurst. Schließlich streute sie noch reichlich Currypulver darüber und garnierte sie zum Schluß mit Röstzwiebeln. Und das nicht in Bocuse-gemäßer, homöopathischer Dosierung.

Das sah so lecker aus, dass ich auf die Bratwurst verzichtete und anstelle dessen eine dieser Currywürste nahm. Das ergab ein Geschmackserlebnis, das ich nicht nur über viele Jahre, wenn auch nur dann-und-wann, erneuern durfte, nein, es blieb und bleibt unerreicht, bis heute. Dazu kamen die traumhaft (nicht EU-konform) angebräunten Fritten.

Nun war ich auch alt genug, so daß ich gelegentlich mit dem Fahrrad und später ab 1970 mit meinem Mofa dort Fritten mit Currywurst für meine Mutter und mich holte, zum Beispiel, wenn mein Vater mittags aushäusig aß.

Ich erfuhr dann auch den Namen der „Frittenfrau“, sie hieß Frau Prinz, eine ältliche… STOP: damals war für mich 12…15 Jährigen alles „ältlich“, das die böse Dreißig überschritten hatte. Frau Prinz war im Alter meiner Mutter, vielleicht ein paar Jahre älter, ich schätze, etwa 1920…1925 geboren. Sie trug eine Brille, war kein „Hungerhaken“, eher im Gegenteil, man sah es ihr doch etwas an, daß sie gerne kochte (und wohl auch aß) und trug meistens einen der damals „hochmodischen“ Kittelschürzen.

Frau Prinz betrieb den „Laden“ in meiner Erinnerung als One-Man-Show. Da war zum einen der Straßenverkauf durch das geöffnetes Fenster an der linken Seite des Hauses, das den Blick in die saubere und gepflegte Küche erlaubte, und zum anderen ein kleiner Gastraum, der sich hinter der Küche und dem zweiten Fenster befand, den sie auch versorgte Ich habe aber nur ein einziges Mal dort meine Fritten vor Ort verspeist, meistens nahm ich sie mit nach Hause.

Die Küche selbst war ein schmaler, länglicher Raum, vielleicht 2,5 m breit und 3,5 m lang. Links, von Fenster aus gesehen, stand die große Friteuse mit, so wie ich mich erinnere, zwei (oder drei ?) eingelassenen runden Frittierkesseln und oberhalb einer großen Ablage zum Zwischenlagern der vorfrittierten Kartoffelstäbchen. Ob diese Friteuse elektrisch- oder gasbeheizt war, kann ich nicht sagen, ich vermute aber, sie war gasbeheizt. Auf der rechten Seite stand ein (Gas?)-Herd, auf dem gebraten wurde, und die Saucen köchelten. Ich denke, daß  Frau Prinz auch, wie damals üblich, Schaschlik, Sauerbraten/Sauerfleisch und Schnitzel sowie entsprechende Saucen im Angebot hatte. Dahinter war ein Bräter für die Würste. Manchmal ruhte sich Frau Prinz auf einem Hocker aus, der neben der Türe zum Gastraum stand.

Gelegentlich erlebte ich, wenn ich vormittags, wohl zu früh, Fritten kaufen wollte, daß Frau Prinz, manchmal zusammen mit einer noch älteren Frau, vielleicht ihrer Mutter, frische Kartoffel schälte und mit einer Frittenpresse manuell in die Stäbchenform brachte. Bei ihr gab es keine „Industriefritten“, wie sie schon Anfang der 60er Jahre in Frittenbuden und Restaurants genutzt wurden. Später hatte sie dann eine elektrische betriebene Frittenpresse, die ihr die doch recht mühsame Handarbeit abnahm. Als technikinteressierter Jugendlicher fiel mir das natürlich sofort auf. Später nutzte auch Frau Prinz industriell geschälte Kartoffeln, aber an industriell gefertigte „Rohfritten“ kann ich mich bei ihr nicht erinnern.

Anschließend landeten die frisch geschnittenen Stäbchen in einem dieser Frittierkessel und nach einigen Minuten Garzeit auf der Ablage zum Abtropfen und Auskühlen und . Von dort aus  kamen sie später portionsweise wieder in einen Frittenkessel, danach in eine „Abtropfschüssel“, wo sie mit Salz betreut wurden. Dann landeten sie einer der besagten Spitztüten und wurden dem Kunden übergeben.

Nachspeise

Nach der 70ern kamen die 80er. Meine Freundin und jetzige Göttergattin war ebenfalls begeistert von der Currywurst und den Fritten von Frau Prinz. Wenn uns der kleine große Hunger überkam, fuhren wir halt flugs nach Burtscheid.

Und als wir später (1983) beruflich bedingt aus Aachen nach Südwestdeutschland ziehen mußten, nutzten wir einige unserer recht häufigen Besuche in Aachen, um bei Frau Prinz  Currywurst und Fritten zu holen. Doch eines Tages, es müßte gegen Ende der 80er Jahre gewesen sein, war das Verkaufsfenster geschlossen. Es war bei den nächsten Besuchen geschlossen. Und sollte es auch für immer bleiben. Vielleicht hatte Frau Prinz das Rentenalter erreicht und war in den Ruhestand gegangen, ohne einen würdigen Nachfolger für eine nahtlose Übergabe gefunden zu haben.

Irgendwann, vielleicht ein oder zwei Jahre später, war dort ein moderner Imbiß entstanden. Der Fensterverkauf war Geschichte, anstelle dessen war im Erdgeschoß des Hauses ein großer, heller Imbißraum entstanden. So wie er zu dieser Zeit üblich geworden war. Die geringe Hoffnung, dort vielleicht Frau Prinz mit ihrer Currywurst anzutreffen wurde jäh zerschlagen, als ich den neuen Imbiß testen wollte.

Der freundliche junge Mann hinter der Verkaufstheke, der offensichtlich aus einer Gegend weit weg von Burtscheid Wurzeln hatte, konnte mir zu Frau Prinz nichts sagen. Aber er hatte natürlich auch Currywurst und Fritten im Angebot, die ich dann auch bestellte. Nun, die Fritten waren im Industrieformat, wie mittlerweile überall üblich, sie ließen auch etwas die notwendige Bräune missen, und die Bratwurst mußte von Bräter aus erst einmal durch eine dieser heutigen Wursthäckselmaschinen. Darüber kam die Currysauce, die immerhin erwärmt aus einem Kessel kam und nicht, wie ich auch schon anderswo erlebt hatte, aus einer dieser fürchterlichen Plastikflaschen.  Aber nix Currypulver und nix Röstzwiebel. Nun ja, das Häckseln erspart wenigstens das Messer beim Verspeisen der Wurst.

Das schmeckte nun wie bei jeder anderen Frittenbude. Sorry, natürlich „wie in jedem anderen Imbiß“, die Bezeichnung Frittenbude war inzwischen verpönt, genauso, wie der Senf. Currywursttechnisch war Frau Prinz von uns gegangen und Geschichte. Es war damit ein weiterer Teil meiner Jugend gestorben.

Epilog

Fritten mit Senf: Nun ja, das paßt zu meinem Namen. „Mein Name ist Mostert, Mostert wie Senf“. Aber das ist eigentlich falsch. Mein Vater sagt mir einmal, daß „Mostert“ nichts mit Senf sondern etwas mit Most zu tun hätte. Ich konnte damals nichts damit anfangen. Heute weiß ich, daß Mostert mit Wein (Most,Weinessig) hergestellt wird, im Gegensatz zu Senf, für dessen Herstellung „irgendein“ Essig Verwendung findet. Und so kaufe und esse ich (möglichst) nur noch den einzig wahren und „aechten“ Mostert des seligen Adam Bernhard Bergrath (ABB) aus Düsseldorf. Dieser bekannte Mostert ziert übrigens ein Gemälde von van Gogh (1885) (https://de.wikipedia.org/wiki/ABB-Senf)

Und so fahre ich sporadisch nach Düsseldorf, um in der Altstadt meinen Mostert zu kaufen. Manchmal lasse ich ihn mir auch schicken.

Ja, das mag Schleichwerbung sein, aber ich bin weder mit dem von mit bevorzugten Verkaufsgeschäft noch mit dem Hersteller in irgendeiner Form persönlich oder geschäftlich verbunden. So, das mußte natürlich EU-konform 🙂 klargestellt werden.

Nun, zurück zur Currywurst. In Südwestdeutschland,  südlich der Kartoffelgrenze, gibt es keine „Frittenbuden“. Wer dort unten „Pommes“ haben will, muß in der Regel zu MacDonalds oder Burger King. Senf/Mostert? Fehlanzeige. Aber gut, lassen wir das.

Mitte der 90er Jahre sind wir wieder in Region zurückgezogen, auch wenn wir jetzt noch hinter dem A… der Welt leben (Der A… der Welt ist Heinsberg). Aber hier gibt es wieder Frittenbuden, sei es auf deutscher oder holländischer Seite. Und so holen wir ein- oder zweimal im Monat Currywurst mit Fritten (für das Töchterlein Bami oder Frikandel, es schüttelt mich). Wenn wir auch manchmal den Eindruck haben, daß die eine oder andere Frittenbude eine Currysauce anbietet, die der von Frau Prinz etwas nahekommt, wirklich erreicht oder gar übertroffen hat es keine davon. Und Röstzwiebeln sind überall Fehlanzeige.

Lieber Currypalast: Der befragte Wandspiegel kann nun den Nachsatz „ da hinter dem Hügel gibt es eine Frittenbude“ getrost weglassen.

 

PS: Nicht klären konnte ich die genaue Daten, oder zumindest die Jahreszahlen, in denen der Imbiß von Frau Prinz eröffnet bzw. geschlossen wurde, und wann der Nachfolgeimbiß eröffnet hat.

Einige Daten aus dem World Wide Web:
Adressbuch 1970: Ortmanns. R K.G., Imbiß, Komphausbadstr. 39-41, an gleicher Adresse, aber vermutlich an der Ecke: „Im Brückchen“, Schankwirtschaft.
Adressbuch 1970; Kapellenstr 39: Dort wohnten u.a. eine Frau Prinz, Margareta. Als Eigentümerin des Hauses wird ebenfalls Frau Prinz, Margareta angegeben.
Adressbuch 1983: Kapellenstr, 39: dort wohnten u,a, eine Frau Prinz Margareta  und ein Herr Prinz, Norbert


 

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Hanns-Jürgen Mostert

Dr.-Ing. Hanns-Jürgen "Yogy" Mostert, geboren 1954 in Aachen, Abi 1974 am KKG, wenn auch "nur" pädagogisch-musisch, Diplom 1980 an der RWTH (Elektrotechnik), anschließend Promotion an der TU Berlin, Jobs in Freiburg, Rastatt und Heidelberg. 1995 Rückkehr in heimatlichere Gefilde nach Waldfeucht bei Heinsberg. Liiert mit einer Kölnerin seit 1977, Heirat 1986, eine längst erwachsene Tochter seit 1989. Und ganz wichtig in Bezug zu Aachen: 20 Jahre lang, von 1970 bis 1990 machte ich mit unterschiedlichen DJ's auf vielen vielen Feten und Veranstaltungen Discothek. Zum Beispiel im Ponttor, im Neuen Kurhaus, in den Katakomben und im Eurogress (KJ-Ball), oder auch im Quellenhof (Karnevalsball der Aachener Liedertafel). Unser Name, vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere, war "moco-disc" (zeitweise auch "telstar-disc").

11 Antworten

  1. Peter Hohage sagt:

    …eine schöne Geschichte…, erinnert mich an meine Heimat (das Sauerland), aber das ist eine andere Geschichte…

  2. Zack, Kindheit wieder im Herzen… “Unsere” Frittenbude stand Ecke Adalbertstraße/Blondelstraße, wir wohnten damals (zweite Hälfte 60er-Jahre) über “Schirm Brauer” links vom Kaufhof – ansonsten wäre die wunderbare Geschichte über die familiären Fritten-Gewohnheiten ziemlich ähnlich. Danke für diesen schönen Beitrag!

  3. Lisa Reinartz sagt:

    Tolle Geschichte! Ich habe die Fritten mit Currysoße (Wurst konnte ich mir nicht leisten) von Frau Prinz auch geliebt. Ich bin mir aber sicher, dass es auch eine Tochter gab! Die wir bösen Mädchen immer mit “de Prinzessin”! is auch da, bezeichneten.

  4. Petra Nicoll sagt:

    Oh was eine schöne Geschichte, vor allem da sie auch zu meiner Kinheit gehört HerrMostert.!
    Ich wäre von alleine nie mehr drauf gekommen aber ich kenne Frau Prinz und den sogenannten Ausser Haus Verkauf an der Straße auch noch.
    Meine Oma wohnte jahrzentelang um die Ecke in der Malmedyer Straße.
    Allerdings kann ich mich an keine Currywurst da erinnern, den wir bestellten immer halbe Hähnchen und ich bekam Pommes Sauerbraten Sauce. Erinnern kann ich mich auch noch an die dick und fett triefenden leckeren frischen Pommes.
    Ich selber habe Frau Prinz auch in Erinnerung als alte Frau , in gebückt gehender Haltung . In meiner Kindheit war sie dann ja auch um einiges älter, da ich von 1970 bin.
    Und genauso habe ich es noch in Erinnerung wie sie,der Ausser Haus Verkauf war auf einmal weg sowie Frau Prinz auch. Ich habe auch nie erfahren warum !

  5. Wolfgang Sanders sagt:

    Das ist eine schöne Erinnerung an die seinerzeit einzige richtige Frittenbude in Burtscheid. Am liebsten hatte ich die Sauerbratensoße von Frau Prinz, an deren Einheitslook, die Kittelschürze, ich mich noch gut erinnern kann. Nachtisch gab es gegenüber im Milchbüdchen bei Frau Knubben, ebenfalls in Kittelschürze. Gleich nebenan konnte man beim Fahrradhändler Görres die exklusiven Räder von Peugeot erwerben, um sich die ganzen Kalorien wieder abzustrampeln. Er trug immer einen garuen Arbeitskittel. Und an der nächsten Ecke im Frisörsalon wartete Hans Montag schon darauf, einem die schnittige Sportfrisur zu verpassen.

  6. Hanne Follmer sagt:

    Wir holten unsere Fritten, wenn wir sie nicht selber machten, immer in einer Frittenbude auf der Kasinostraße, neben einer Kohlenhandlung. Auf dem Tresen stand immer ein großer Topf mit der Aufschrift “Düsseldorfer Löwensenf”, daraus wurde immer ein großer “Klatsch” Senf auf die Fritten “gezapft”. Der Senf war so scharf, dass einem beim Essen manchmal fast die Luft wegblieb! Aber Senf gehörte in meiner Kindheit unbedingt zu Fritten dazu. Schöne Geschichte!

  7. Michael Radermacher sagt:

    Glückwunsch, Herr Dr. Mostert, zu diesem wunderbaren Beitrag, der in subtiler, aber intensiver Form das Zeit- und Lebensgefühl dieser Jahre vermittelt. Ich selbst habe in den 1970er Jahren an der RWTH studiert und fühle mich in diese Zeit versetzt, als wäre es erst gestern gewesen.

  8. Bernd Bahrdt sagt:

    Vielen Dank,Herr Mostert für die schöne Erinnerung. Da ich während meines Studiums Ende der 60, Anfang der 70er Jahre in den Umgabung des Ponttors wohnte, gab es für mich und meine damalige Kommilitonen die besten Fritten, Currywürtste und halben Hähnchen bei Breuers in der Pontstraße. – Gibt es schon lange nicht mehr!

  9. Hanns-Jürgen Mostert sagt:

    Danke für die vielen positiven Kommentare.

    Besonderen Dank an dieser Stelle auch an Herrn Sanders, mit dem ich in der Vorbereitungsphase meines Textes Kontakt hatte.

    Ich hatte vor ein paar Jahren bereits eine sehr schöne “Aachener Frittenerinnerung” im Internet gefunden, die von einem, mittlerweile leider verstorbenen, Bochumer geschrieben wurde, der Mitte der 50er in Aachen studiert hatte. Ich habe den Text wiedergefunden und gebe mal den Link weiter.

    https://ewnor.de/gm/206_gm.php

  10. René H. Bremen sagt:

    Lieber Herr Mostert,
    Ihre Kindheits u. Jugenderinnerungen in Ehren. Leider können die sich, als1954 geborener nur in Bereichen der 70er, allenfalls 60er Jahre bewegen. Da gab es den Imbiß von Currywurst – Erfinder Ortmanns bereits. Auf die ganz spezielle Sauce , die später verbreitet kopiert wurde, hatte er sogar ein Patent. Und was Aachener,bzw. Belgische Fritten betrifft, empfehle ich Ihnen einen Blick auf meinen Artikel über die HISTORIE DER FRITTEN, der wohl bald auch in UNSER AACHEN erscheint. Daraus können Sie vielleicht noch neue Erkenntnisse gewinnen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    René H. Bremen

    • Hanns-Jürgen Mostert sagt:

      Lieber Herr Bremen,
      natürlich haben Sie recht. Je länger ein Erlebnis zurückliegt, umso schwächer und fragmentierter werden die Erinnerungen. Und Erinnerungen an frühkindliche Erlebnisse sind ohnehin im späteren Leben kaum zu verifizieren. Aber es geht in einigen Fällen, wenn auch mit zumeist starken Einschränkungen. Zudem: Die Fähigkeit, sich an Vorgänge zu erinnern bzw. diese „abzuspeichern“ läuft in etwa parallel zur „Kommunikationsentwicklung“ (Sprache) des kleinen Kindes sowie des Zeitverständnis. Und das ist i.A. im dritten Lebensjahr der Fall. Als Erinnerungshilfe können zeitlich feststehende Ereignisse dienen. Das wären dann Photos, Schmalfilme, historische Daten oder auch persönliche Zäsuren im Leben, zum Beispiel Umzug in eine neuen Wohnung, ein neues/anders Auto, Unfälle oder Sterbe- und Krankheitsfälle. Sonst hilft heutzutage ein beherztes Googeln oder auch ein Blick in die Wikipedia. Ich selber habe vor rund zwanzig Jahren begonnen, einige alte Erinnerungen zu notieren und diese mit den elterlichen Unterlagen zu verifizieren.

      Bezüglich des Herrn Ortmanns und „seiner“ Currywurst möchte ich nur anmerken, daß die Berliner und Hamburger auch den Anspruch auf die Currywursterfindung für sich geltend machen (Wikipedia). Ob oder inwieweit Herr Ortmanns zudem ein „richtiges“ Patent auf seine Sauce hat, entzieht sich meiner Kenntnis, ich weiß nur aus eigener Erfahrung, daß der Weg zum Erhalt eine deutschen Patentes äußerst langwierig und dornenreich ist. Vielleicht haben Sie die Patentnummer zur Hand?

      Ich konnte gerade Ihren „brandneuen“ Frittenbeitrag“ lesen. Sehr interessant und informativ!

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